Was du von Influnecern für deine Personal Brand lernen kannst

„Wie werde ich Influencer?” Diese Frage stellen sich viele. Oft gepaart mit der fälschlichen Erwartung, ein Influencer würde nur Fotos & Videos hochstellen, um dafür Geld zu bekommen. „Leicht verdientes Geld”, so glauben die, die nicht wissen, wie viel Arbeit wirklich dahinter steht. Die Wahrheit ist, dass Influencer viel Zeit in den Aufbau ihrer Accounts investieren. Teilweise braucht es Jahre bis sie mit ihren Channels Geld verdienen. So braucht der durchschnittliche YouTuber etwa zwei Jahre, um etwas Geld mit dem eigenen Channel zu verdienen. Zwei Jahre Video-Content bedeutet bei zwei Videos pro Woche, 15 Stunden Arbeit pro Video und bei einem Gehalt von 100 Euro pro Stunde, ein Investment von 31.200 Euro. Warum ich das so schreibe? Menschen, die Influencer werden wollen, müssen auf ganz schön viel verzichten, sich dem Thema mit ganzem Herzen widmen und ein hohes Unternehmerrisiko tragen, wie man anhand der Rechnung unschwer erkennen kann. Auch, wenn sie damit oft als Hobby starten, so kostet dieses doch eine Menge Zeit und Energie. Dinge, die du für den Aufbau einer Personal Brand mit einer starken Online-Präsenz auch benötigst. Was du von Influencern noch lernen kannst, beantworte ich dir in diesem Artikel.

Was ist der Unterschied zwischen einem Influencer & einer Personal Brand?

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob jemand, der eine Personal Brand hat, ein Influencer ist oder ein Influencer gleich auch eine starke Personal Brand haben muss. Das ist nicht unbedingt so. Um das genauer zu betrachten, gehen wir einen Schritt zurück und sehen uns die jeweiligen Definitionen an:

Als Influencer (engl. to influence = beeinflussen, einwirken, prägen) werden Personen bezeichnet, die aus eigenem Antrieb Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) zu einem Themengebiet in hoher und regelmäßiger Frequenz veröffentlichen und damit eine soziale Interaktion initiieren. Dies erfolgt über internetbasierte Kommunikationskanäle wie Blogs und soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, YouTube, Snapchat oder Twitter. Influencer ragen aus der Masse der Social-Media-Nutzer heraus, da sie mit ihrer Tätigkeit hohe Reichweiten erzielen. Wenn solche Personen ausschließlich durch ihre digitale Präsenz Einfluss gewonnen haben, werden sie im engeren Sinn auch als Digital, Social oder Social Media Influencer bezeichnet.
Deges S.

Eine andere Definition besagt:

Influencer sind kreative Individuen, die (1) regelmässig öffentlich zugängliche Inhalte produzieren, die (2) bereit sind, dabei mit Marken zusammenzuarbeiten und (3) deren Inhalte Einfluss auf das Verhalten von Followern haben.
Faltl M.

Im Gegenzug dazu wird Personal Branding unter anderem wie folgt definiert:

Personal Branding ist der fortlaufende Prozess des Schaffens, Aufbauens und
Abgrenzens durch klare Aussagen bzw. ein Bild zeichnen, wer du für andere bist.

LOS ELLIS, 2009

Beide Formen können natürlich in das andere übergehen. Grundsätzlich sind Influencer aber stark auf Social-Media-Channel konzentriert und werden oft durch ihre Reichweite definiert. Im Personal Branding geht es vielmehr um die Definition & Abgrenzung der Person dahinter. Zudem geht es bei Personal Branding um die Positionierung als Expert:in, weil du schon ein Experte bist. Während beim Influencer Marketing die Expertise oft erst während des Channel-Wachstums aufgebaut wird. Bei Personal Branding geht es um die Sichtbarkeit innerhalb deiner Zielgruppe (das erreichst du auch mit wenigen Followern) und weniger darum, andere zu beeinflussen.

Was ist der Unterschied zu Corporate Influencern?

Eine etwas schwierigere Abgrenzung ist die Abgrenzung zu Corporate Influencern. Unter Corporate Influencern werden Mitarbeiter verstanden, welche im Konsens mit dem Unternehmen, über ihre Arbeit und das Unternehmen kommunizieren. Andere Begriffe für “Corporate Influencer”sind: Employer Advocacy oder Interne Markenbotschafter.

Nur, weil ein Mitarbeiter für ein Unternehmen oder ein Thema kommuniziert, kreiert der Mitarbeiter keine Personal Brand. Zu einer Personal Brand gehört mehr als nur die Kommunikation über ein Unternehmen/Thema und es braucht eine klare Ausgestaltung dieser. Das heißt nicht, dass es nicht sinnvoll wäre, für jeden Corporate Influencer eine Personal-Branding-Strategie zu haben, nach der kommuniziert wird.

Was hier klar zum Ausdruck kommt: Während es bei einem Influencer ganz stark um die Außenkommunikation und der Interaktion mit Followern geht, geht es beim Personal Branding vor allem auch um eine klare Definition & Strategie.

Was machen Influencer, das du für deine Personal Brand nutzen solltest?

Influencer sind Gurus in ihren Social-Media-Channels. Sie haben es durch verschiedene Methoden geschafft, online so sichtbar zu werden, dass kaum einer mehr um sie herum kommt. Starke Influencer sind zu beliebigen Themen zu finden, egal wonach du suchst. Social-Media-Plattformen schlagen den Content von Influencern automatisch ähnlichen Zielgruppen vor, nutzen deren Auftritte um ihre Retention zu steigern und erfolgreiche Werbeanzeigen zu platzieren. Sie sind unter anderem der Grund, warum Millionen Menschen auf Social-Media-Plattformen ihre Zeit verbringen und sie können die Meinungen von vielen durch ihre Inhalte beeinflussen.
Außerdem verdienen sie Geld über ihre Kanäle, was auch für dich als selbstständige/r Expertin interessant sein kann. Dazu musst du dich allerdings als Personal Brand in deinem Bereich sichtbarer machen.

Du möchtest mehr Reichweite und mehr Impact haben? Dann solltest du diese 8 Dinge tun:

  1. Konzentriere dich auf deine Nische
    Finde deine Nische und bleibe dabei. Viele hassen dieses “niche down” und wollen sich als “multi-passionate Entrepreneurs” breit aufstellen. Das kenne ich selbst auch. Die Wahrheit ist aber: Um als Expertin wahrgenommen zu werden, musst du dich auf eine Nische konzentrieren. Du kannst diese zu einem späteren Zeitpunkt erweitern, aber erstmal ist es essenziell, dich auf diese zu konzentrieren.
  2. Kenne deine Zielgruppe
    Wenn du die Nische kennst, erkennst du auch deine Zielgruppe. Definiere sie für dich. Du musst keine Personas erstellen (wenn du keine Multimillion-Brand bist, macht das wenig Sinn), aber mache dir ganz klar, für wen du Content produzierst.
  3. Finde Probleme & löse sie
    Wenn du deine Nische mit deiner entsprechenden Zielgruppe kennst, dann findest du auch sicher ihre “pain points”. Finde die Probleme und erstelle die Lösungen dafür.
  4. Regelmäßiger Content mit Plan
    Der Hauptjob eines Influencers ist es, Inhalte zu erstellen und zu teilen. Influencer schaffen es, regelmäßig guten Content zu erstellen – das ist ihr Job. Du musst es nicht so oft machen, aber mache es zu deiner Routine und mit Plan. Sonst endest du über kurz oder lang im Chaos und nichts landet je online. #beentherdonethat
  5. Kommuniziere nicht “nur”, um zu verkaufen
    “Salesy” Content – also Inhalte, bei denen man sofort merkt, dass es nur ums Verkaufen geht, führen zu innerem Widerstand beim Empfänger. Wie meine Lieblings-Minimalisten von “The Minimalists” sagen: „Advertisement sucks”. Ja, verkaufen ist gut, aber sei nicht wie die Frau am Marktstand, die dich verfolgt, damit du eine Kostprobe nimmst und die dir dann gleich die ganze Packung verkaufen möchte.
  6. Netzwerke & kollaboriere mit Expert:innen / Influencern /Journalist:innen & Co
    Wer viele Leute kennt, kann mit vielen Leuten reden. Erweitere dein Netzwerk, lerne neue Leute (online & offline) kennen, verbinde dich mit Influencern, Journalistinnen und Expert:innen aus deinem Bereich. Erfolg liegt immer im “Gemeinsam”.
  7. Bleibe authentisch, auch wenn es dich verunsichert
    Authentisch zu sein, ist nicht immer einfach. Darüber kann fast jede ein Lied singen. Vielleicht war es auch nicht immer gewollt, dass du authentisch bist. Wenn es um deine Personal Brand geht, ist das aber das Wichtigste. Sei authentisch, auch wenn es dich verunsichert. Du bist deine Marke – also sei du selbst.
  8. Achte auf die Daten & handle danach
    Das Schöne daran, wenn man online aktiv ist: Man bekommt viele Daten. Lerne diese zu lesen und handle nach dem, was sie dir sagen. Das hilft dir, deine Reichweite zu vergrößern.

Um das alles zu beherzigen, musst du dich natürlich immer wieder fortbilden. Es reicht nicht, wenn du alte Taktiken in Social-Media nutzt, wenn gerade etwas ganz anderes besser wäre, um deine Ziele zu erreichen. Influencer bilden sich ständig weiter und versuchen das Gelernte sofort einzusetzen. Bilde dich weiter, indem du den Plattformen selber folgst, dir einen Coach suchst oder Kurse zu dem Thema machst. Es ist nicht nur essenziell, dass du deine Nische, Zielgruppe und Community verstehen lernst, sondern auch die Plattformen, über die du versuchst sie zu erreichen. Ganz egal, ob es dabei um Instagram, LinkedIn, YouTube oder ein anderes soziales Netzwerk geht.

Pomodoro Technik Fokussiert arbeiten

Mit der Pomodoro-Technik fokussiert arbeiten

Wer kennt es nicht: Man möchte sein Business weiterentwickeln, die Karriereleiter empor klimmen und arbeitet wie wild, um dieses Ziel zu erreichen. Schnell sitzt man stundenlang vor dem Computer, arbeitet die Dinge ab, die man glaubt, erledigen zu müssen, fügt dabei neue To-dos hinzu und macht noch “schnell etwas dazwischen”. Und als ob man es nicht erwarten hätte können: Plötzlich ist es draußen dunkel geworden und man sollte nach Hause gehen oder im Home-Office zumindest aufhören zu arbeiten. 

Sobald man die Aufmerksamkeit weg vom Computer zieht, fühlt man sich erschöpft und der Kopf raucht. Was man so gemacht hat, weiß man zwar und es ist viel, aber so richtig wahrnehmen und sich beglückwünschen, schafft man auch nicht mehr. 

“Hallo Hamsterrad, hallo nicht strukturiertes Arbeiten. Hallo Prokrastination. Hallo Überforderung”

Vor allem am Anfang meiner Selbstständigkeit habe ich dieses Spiel regelmäßig gespielt. Meine tägliche To-do-Liste war so lang, dass ich nicht mehr wusste, wie ich das in einem Leben schaffen soll. (Ich habe auch immer die gesamte To-do-Liste betrachtet und war schon bei dem Anblick überfordert).

Ich habe Menschen bewundert, die mir von “Zero Inbox” erzählt (ganz ehrlich, ich habs ihnen nicht geglaubt) und die ihre To-dos geschafft haben (Hä? Wie geht das?). Nach 12 Stunden Bürozeit bin ich mit einer vollen Inbox aus dem Büro, die To-do-Liste hat mir Angst eingejagt und ich wusste nicht mal mehr, was ich alles getan hatte. 

Bis ich die vom Italiener Francesco Cirillo 1987 erfundene Pomodoro-Technik für mich entdeckt habe. 

Dinge, die du über dein Gehirn wissen musst

Unser Gehirn ist ein Wunder. Man kann es ja nicht anders sagen. Und wer schon mal die Grenzen des eigenen Gehirns erforschen durfte, weiß, dass es wie ein Muskel funktioniert: Wenn du deinen Arm den ganzen Tag bewegst, hast du am Abend auch einen Muskelkater. So reagiert auch unser Gehirn nach 8 Stunden Arbeit. 

Wenn wir unser Gehirn ansehen, sind hauptsächlich zwei Bereiche wichtig zu verstehen:

  1. Das limbische System. Das limbische System steuert Emotionen: Hier verarbeiten wir Stress. Und hier sitzt unsere Kampf- oder Flucht-Reaktion. Es ist dazu programmiert, Löwen zu sehen und dich vor ihnen zu retten. Es ist das System, welches dich wach bleiben lässt, wenn du schlafen möchtest, dich nervt, wenn du eher Ruhe bewahren magst und dich in Alarm versetzt, um dir das Leben zu retten.
  2. Der präfrontale Kortex (Stirnhirn). Im präfrontalen Kortex treffen wir die rationalen Entscheidungen und können über langfristige Konsequenzen nachdenken. Dieser Teil des Gehirns reift erst in den Zwanzigern – also wenn du jemals dir Gedanken darüber gemacht hast, warum du als Teenie so emotional getrieben warst: Du konntest gar nicht anders. 

Unser grundsätzliches Verhalten begründet sich mit: Trigger – Verhalten – Belohnung. Das ist eine Überlebensstrategie, die dir auch z. B. bei deiner Aufschieberitis begegnen:

Du siehst deine To-do-Liste & die vielen Fristen, beginnst E-Mails zu prüfen, manche Lieblings-to-dos zu machen, Kaffee zu trinken, die Wäsche aufzuhängen, Instagram zu scrollen und bekommst dabei die Belohnung, ohne die eigentliche Arbeit zu machen. Mist! Am Abend hast du sehr viele Dinge gemacht und fühlst dich ausgebrannt. Du hast einige Dinge gemacht, aber nicht die wichtigen. Du fühlst dich demotiviert, die Hürden zu deinem Ziel werden immer größer und deine Fristen bereiten dir schlaflose Nächte. Am nächsten Tag ist die Energie im Keller und das Ganze beginnt von vorne. 

Was du hier machen musst: dein limbisches System managen. Und das geht u.a. einfach und spielerisch mit der Pomodoro Technik.

Noch etwas, was du über das Thema “Zeit” wissen solltest

Philosoph und Nobelpreisträger Henri Bergson hat in seinem Zugang verschiedene Aspekte und Dimensionen ausgemacht: 

  1. Messbare, durch den Raum geprägte Zeit 
  2. Reine Dauer, die sich weder in Zahlen ausdrücken, noch sprachlich definieren lässt. 

Wie das dann im Detail aussieht, darüber kann man lange Abhandlungen schreiben. 

Aber er spricht da etwas an, was ich schon vorher erwähnt habe: Unser Gehirn kommt besser mit Zeitspannen – also mit Dauer zurecht, als mit Fristen und Deadlines.

Deadlines tun uns im Kopf nicht gut, weil wir die ganze Zeit das Gefühl haben “zu spät” zu sein und damit Stress verursachen. 

Auf der anderen Seite: Wenn wir z. B. Zeit als Ablauf von verschiedenen Dingen – aufstehen, duschen, frühstücken, lesen, etc. – sehen, dann ist Zeit eine Art Brücke zwischen deiner To-Do-Liste und deinen Zielen. Das macht keinen Stress, sondern lässt dich einfach Tun. Und genau dieser Funktion von Zeit bedient sich die Pomodoro-Technik. Der Fokus liegt auf der Aufgabe, nicht auf der Zeit. 

Außerdem: Der so bewusste Umgang mit deiner Zeit, in dem du dich auf die folgenden 25 Minuten konzentrierst, verbessert deine Konzentration. Nach dem Motto “be in the moment”.

Bei welchen Themen kann dir die Pomodoro Technik helfen? 

  • Bye Bye Prokrastination/ Aufschieberitis

    Aufgrund deines Vorgehens bei der Pomodoro-Technik kommst du gar nicht erst auf die Idee etwas aufzuschieben. Du hast dich für dieses To-do entschieden und nach 25 Minuten hast du eine Pause.
    Kann sein, dass dein Gehirn in der Zeit manchmal neue Gedanken aufpoppen lässt, um abzulenken. Ich halte es dann wie bei einer Mediation: “Hallo Gedanke, schön, dass du da bist – ich wünsche dir eine schöne Reise.” Sollte dein Gehirn dich mit Ideen bombardieren, schreibe sie auf. Ich verspreche dir, dass das mit der Zeit aufhört und du dich dann auf deine Aufgabe immer mehr konzentrieren kannst. 
  • Deine Motivation steigern

    “Ich mach das noch schnell und dann mache ich eine Pause”… und dann vergehen 5 Stunden. Wer kennt das?
    Mir ist das früher oft passiert und die Pause kam nie.
    Nutzt man die Pomodoro Technik, teilst du deinen Tag zwischen Tun & Pause auf. Dr Gazezely, ein Neurologe und Dr. Rosen (Psychologe) schreiben dazu in ihrem Buch “Das überforderte Gehirn: Mit Steinwerkzeug in der Hightech-Welt”: „Aus jahrzehntelanger Forschung zu “Lernen und Verhalten” wissen wir, dass je kürzer die Zeit zwischen Verstärkungen (Belohnungen) ist, desto stärker ist der Antrieb, dieses Verhalten zu vollenden und die Belohnung zu erhalten.“
    Die Pomodoro-Technik ist so aufgebaut, dass du dein Gehirn trainierst für Belohnungen zu arbeiten und dabei motiviert bleibst.
  • Hilft dir Entscheidungen treffen

    Jede Entscheidung kostet deinem Gehirn Energie. Das ist auch der Grund, warum viele Menschen Morgenroutinen habe, Oder Steve Jobs ausschließlich schwarze Pullover in seinem Schrank hatte. Wer sein Gehirn nicht belasten möchte, der versucht wenig – vorrangig repetitive – Entscheidungen treffen zu müssen. Wir müssen aber einige Entscheidungen am Tag treffen und wollen diese auch bestmöglich treffen. Um nicht Entscheidungsmüde zu werden, helfen dir regelmäßige Pausen. Zu denen dich diese Technik zwingt.
    Apropos: Entscheidungsmüdigkeit ist auch das, was uns meistens zur Prokrastination führt. 
  • Endlich Single-tasking

    Es ist kein Geheimnis, dass Multitasking nicht funktioniert. Das spüren wir nicht nur selbst, sondern ist auch von der Wissenschaft bestätigt. Es kann dein Gehirn beeinträchtigen und deine Prozesse massiv verlangsamen. Studien, wie die von der Universitiy of California Irvine, haben auch gezeigt, dass wenn du bei einer Aufgabe abgelenkt wirst oder zu einer anderen switchst, dies nicht gut für dein Zeitmanagement ist. Es kostet dich im Durchschnitt 23 Minuten und 15 Sekunden, um dich wieder auf deine Aufgabe zu fokussieren. 
  • Ciao Parkinsonsches Gesetz zum Bürokratie-Wachstum

    Parkinsons Law besagt: „Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.” Das heißt, dass du so lange Zeit für eine Aufgabe benötigst, wie du sie dir nimmst. Was hilft, ist die Zeit in Zeitboxen zu teilen. Mit Pomodoros machst du das. In meiner Erfahrung ist es so, dass ich viele Aufgaben viel schneller erledige als zuvor. 

Wie funktioniert die Pomodoro Technik

Das System ist sehr einfach. 

Wir haben alle eine To-do-Liste, die hoffentlich auch alle Aufgaben beinhaltet, die du tun musst. Am Anfang, wenn man mit der Technik beginnt, muss man sich erst daran gewöhnen einzuschätzen, wie lange die Aufgaben dauern. Es gibt Menschen, die Aufgaben bis zur kleinsten Unteraufgabe aufdröseln und in ihr Aufgabensystem in Notion, Trello, Asana & Co eintragen. Ich habe mich in der Zwischenzeit daran gewöhnt, nur Aufgaben aufzuschreiben, die nicht repetitiv sind (also so und so schon am Plan, wie beispielsweise E-Mails) und ca. 25 min dauern. In manchen Blogposts wird empfohlen, schon bevor du mit der Technik beginnst, die Zeit, die du für eine Aufgabe benötigst, einzuschätzen. Das würde ich lassen. Aus Erfahrung ist die Einschätzung am Anfang nie richtig und man vergeudet damit Zeit – das “Prokrastionations-Monster” freut sich.

Ich habe in meinem Beitrag über “minimalistisches Arbeiten” erklärt, warum du maximal 4 Stunden am Tag konzentriert arbeiten solltest. Und, warum Pausen so wichtig sind. Aufgrund der Annahme, dass wir nicht wirklich mehr als 4 Stunden konzentriert arbeiten können, würde ich nicht mehr als vier Aufgaben pro Tag in deine heutige To-do-Liste aufnehmen. Die wichtigsten vier Aufgaben. Wenn du jetzt denkst: “Das ist zu wenig”: Du wirst dich langsam zu deiner richtigen Anzahl hinarbeiten. Vor allem, wenn du gerade startest, musst du dir etwas Zeit geben, dich daran zu gewöhnen. Um schnell Veränderungen zu bemerken, solltest du klein beginnen. So fühlt sich dein Belohnungszentrum im Hirn schneller befriedigt und du stolperst nicht über deine Aufschieberitis.

Manage dein limbisches System. Gib Pomodoro eine Chance.

Was ist eine Aufgabe?  Was musst du für deine To-dos Liste beachten?

Die Pomodoro-Technik erfordert natürlich eine gute Struktur in deinen Aufgaben. Dabei solltest du auf folgende Dinge achten: 

  • Große Projekte am besten in kleine Aufgaben aufbrechen. Wenn eine Aufgabe mehr als 4 Pomodoros benötigt, dann solltest du mehr Unteraufgaben machen, die du auch abarbeiten kannst. Dein Gehirn wird, wenn du zu lange an einem To-do arbeitest, müde. Hilf dir, das zu vermeiden, indem du schaffbare To-dos aufschreibst.
  • Kleine Aufgaben gehören zusammen. Alles, was weniger als ein Pomodoro braucht, solltest du als eine Aufgabe zusammenfassen. Bei mir ist das immer die Admin-Arbeit, die ich täglich erledige – von E-Mails beantworten bis tägliche Rechnungen speichern, Termine koordinieren etc. 
  • Don’t stop – Wenn dein Pomodoro gestartet ist, musst du es bis zum Ende durchziehen. Du kannst es nicht einfach unterbrechen und etwas anderes machen. Fokussiere dich auf diese eine Aufgabe oder die Aufgaben, die du machen willst und bleib‘ dran.

Wenn dir diese Idee, die Aufgaben zu unterteilen, schwierig erscheint: Probiere es mit dem, was du hast. Und das mehrere Tage. Jede neue Technik braucht Übung. Du wirst rasch ein Gefühl für die Aufgabengrößen bekommen. 

Pomodoro-Technik: Schritt für Schritt

  1. Nimm eine deiner Tagesaufgaben
  2. Stelle einen Timer auf 25 Minuten und drehe alle möglichen Ablenkungen ab 
  3. Nach genau 25 Minuten nimmst du dir 5 Minuten Pause (nicht länger, da du sonst später zu lange brauchst, um wieder zurück in deine Aufgabe zu finden). Bleibe in der Pause nicht sitzen, schaue dir keine E-Mails an. Stehe auf, mache ein paar Bewegungen, gehe spazieren, genieße die Zeit, in der du nichts tust. Wenn du es nicht kannst, nimm dir dies als Zeit, es wieder zu lernen.
  4. Arbeite weiter an der vorigen Aufgabe oder an einer neuen Aufgabe
  5. Nach 4 “Pomodoros”, also 2 Stunden, machst du eine 30-minütige Pause. Am besten an der frischen Luft. 

Dürfen es mehr als 25 Minuten sein?

Die Technik besagt 25 Minuten und Studien belegen, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne maximal zwischen 20 und 45 Minuten liegt. Für den Anfang kann es Sinn machen, mit 20 Minuten zu beginnen, um dein Gehirn nicht zu überlasten.
Achte darauf, dass es du dir passt. Leute, die diese Technik schon sehr lange verwenden, verlängern die Zeit auch auf 45-Minuten-Sessions. Ich rate dir jedoch davon ab, so zu beginnen. Ich persönlich bin definitiv ein klassischer 25-Minuten-Pomodoro-Fan. 

Apps & Helferleins

Den ganz normalen Smartphone-Wecker habe ich probiert, kann ich an dieser Stelle allerdings nicht empfehlen. Entweder habe ich immer vergessen, das wievielte Pomodoro ich schon habe oder den Wecker ignoriert. Ich empfehle dir auf jeden Fall eine Pomodoro-App zu verwenden. Wenn du eine Apple Watch oder Garmin Watch hast: Richte dir die App ein. In meinen Augen ist der Timer auf der Uhr die beste Methode, um die Pomodoro Technik zu nutzen. Wenn dein Arm vibriert, kannst du nämlich nicht einfach so tun, als ob du es nicht gesehen hättest.

Platzhalter: FOTO GARMIN 

Es gibt aber eine Menge Apps, die dir dabei helfen die Pomodoro-Technik zu nutzen, wie z.B. 

Schon ausprobiert? Wie gefällt dir diese Methode? 

Minimalistisch Arbeiten

Das Thema Minimalismus ist sehr populär in den letzten Jahren geworden. Die Bücher und Sendungen von Marie Kondo haben uns über die Corona-Zeit begleitet und viele von uns haben sich von einer Menge Dinge und Krimskrams befreit. Ich selbst auch – regelmäßig und bin immer wieder erstaunt, wie viel Zeug noch immer da ist, obwohl ich nicht gerne shoppe. 

Während Marie Kondos Minimalismus sich auf die Frage “macht es dir Freude” reduziert (und das ist sehr effizient), so definiert das Duo The Minimalists den Minimalismus mit “sehr wenige Dinge haben und wenig Platz einnehmen”. Für mich selbst sehe ich Minimalismus so, dass man wirklich am Ende nur das besitzt, was man auch nutzt und benötigt. Es begründet in meinen Augen damit nicht nur eine Kultur des “wenig Habens”, sondern auch, dass wir als Gesellschaft dorthin zurückgehen, worin wir gut sind und was uns vom Kapitalismus entfernt  Ich bin keine Anti-Kapitalistin, ich glaube, man muss das System allerdings wieder vermenschlichen)

Minimalismus ist für mich u.a der Weg zu einer Sharing-Economy, die es uns  ermöglicht nicht nur miteinander wieder mehr zu kommunizieren, uns mehr als Mit-Menschen zu erfahren, sondern außerdem unseren Einfluss auf die Umwelt stark verändern kann. An dem Tag, wo wir (wieder) verstehen, dass nicht jeder ein Auto, einen Hammer, einen Mäher, etc. braucht und merken, dass unser Selbstwert nicht von diesen Dingen abhängt, werden wir einen großen Shift machen – dessen bin ich überzeugt.

Aber warum eigentlich minimalistisch arbeiten?

“Busy bee” – so habe ich mich auch viele Jahre am liebsten gesehen. 12 Stunden im Büro, abends noch netzwerken, am nächsten Tag wieder um 7 Uhr am Computer sitzen und durcharbeiten. Meine Mutter nennt es liebevoll “roboti roboti”. 

Was einige Jahre gut ging, ist mir irgendwann auf den Kopf gefallen und hat die Frage aufgeworfen: “Was mache ich da eigentlich?”. 

Den ganzen Tag beschäftigt zu sein, verhindert Kreativität und ist nicht nachhaltig umsetzbar.  Langfristig verlieren wir unsere Kreativität und den Überblick in unserer Arbeit, aber auch in unserem Leben. 

Wenn wir das Gehirn zwingen, sich ständig auf Details zu fokussieren, wird die rechte Gehirnhälfte aktiviert und die linke komplett abgeschottet. Sodass wir den Blick für das große Ganze verlieren. Dieses “in der rechten Gehirnhälfte verharren” verursacht in uns noch mehr Stress, weil wir ständig von einer wichtigen Deadline zur nächsten springen. Unser Kopf ist ständig alarmiert und unser Körper mit dazu – the road to burn-Out.

Nicht ohne Grund haben sich Menschen wie Einstein, Steve Jobs, Bill Gates & Co auch bewusst Zeiten eingeplant, in denen sie der Ruhe Platz machen. Das wirkt sich massiv auf unser Denken und unsere Kreativität aus. 

Wer jeden Tag meditiert, merkt nach spätestens 3 Wochen, dass sich seine Kreativität massiv verändert. “In der Ruhe liegt die Kraft” ist zwar ein furchtbar langweiliger Kalenderspruch, aber er ist auch wahr. (Und weil ich einen für mich etwas verstörenden Artikel darüber gelesen habe: Nein, meditieren heißt nicht, die Gedanken wegzudrücken, sondern die Gedanken anzusehen und vorbeiziehen zu lassen. Alles andere macht nur mehr Stress. Du sollst nicht “Nicht-denken”, du sollst deine Gedanken “kontemplieren*” und lernen nicht auf sie sofort zu re-agieren.) 

Wer jetzt, wie ich, innerlich aufgeben mag, weil sie sich denkt “Wie soll das alles gehen? “ Es geht nicht darum, ständig in Ruhe zu leben – man benötigt auch Aufregung & Action im Leben. Es geht darum, dass die Ruhe immer wieder als Ort aufgesucht werden soll, um dem Gehirn Raum zu geben und deine linke Gehirnhälfte aktiv werden zu lassen.

Minimalistischer Arbeitsplatz

Wer nach Marie Kondos System bei sich Zuhause ausgemistet hat, weiß es schon: es tut so gut! So ist es auch am Arbeitsplatz. Alles was nicht nutzt, inspiriert oder dich nur ablenkt, solltest du einfach entfernen. Dein Arbeitsplatz soll dir Spaß machen und dich nicht einengen oder dir das Gefühl geben, ständig an etwas anderes denken zu müssen. 

Ich persönlich liebe es ganz clean. Pflanzen dürfen natürlich nicht fehlen. 

Natürlich sieht es während des Tages auch mal chaotisch aus, aber ich bemühe mich den Schreibtisch immer clean zu halten, um möglichst fokussiert zu bleiben.

Minimalistische Arbeitsprozesse

Es gibt nicht für alles eine App,du brauchst definitiv nicht jedes Tool und musst nicht überall präsent sein. Nur weil das Internet ständig beschäftigt ist, musst du es nicht auch. 

Du benötigst wahrscheinlich eine Menge der Apps, Abos, Accounts, die du hast, gar nicht. Auch wirst du die vielen Newsletter, die du bekommst, nicht benötigen ( außer meinen natürlich – hier gleich mal Werbung – Scherz beiseite, aber wenn du dich nicht abmelden möchtest, nutze doch Feedly oder ::::::::, um dich nicht überrollen zu lassen.

Du musst nicht überall sein, du musst den Likes, den Followern und Co. nicht zu viel Bedeutung geben. Du kannst einfach dort sein, wo du sein möchtest. Über das Device, dass du sein möchtest. Ich z.B. habe Twitter auf meinem Smartphone gelöscht und nutze es wenn dann nur am Computer über Franz (gutes Tool ;)).

Und ja, du kannst natürlich auch die Tools nutzen, die für dich die richtigen sind. Du musst auch nicht alles ausprobieren (so wie ich) und du musst dir auch nicht so viel Arbeit mit neuen Tools machen.

Ich kann hier Notion nur empfehlen. Es kann so gut wie alles und kostet so gut wie nichts. Was die beste Überleitung zum nächsten Thema ist. 

Minimalistische Finanzen

Das bedeutet nicht, dass du auf Geld verzichten, mittellos werden oder nun Hunger leiden sollst. 

Minimalismus in Zusammenhang mit Finanzen bedeutet, mit deinem Geld bewusst umzugehen. 

Minimalistisch zu leben führt nicht unbedingt dazu weniger Geld auszugeben. Es bedeutet, sich die eigenen Ausgaben bewusster zu machen. Das kann dazu führen, dass du mehr in neue Erfahrungen investierst, als in Kleidung. Oder dich dafür entscheidest, eine Ausbildung zu machen, statt um die Welt zu reisen (oder beides gleichzeitig zu machen, mit wenig Gepäck 😉 ) 

Auch Tools & Software, die ich bezahle aber nicht nutze und die vielleicht gar nicht so notwendig sind, zählen für mich dazu. Schaue dir genau an, wo dein Geld hingeht. 

Beim bewussten Umgang mit Finanzen geht es natürlich auch um die Frage, wie du dein Geld clever investiert. Wenn du dich mit deinen Finanzen auseinandersetzt, auch mit Sparplänen, Investments etc., wirst du schnell zur Entscheidung gelangen, dich über die Unternehmen, in die du investiert, genauer zu informieren. 

Und womöglich wird dich der Prozess zur Entscheidung führen, ob du ganz oder einen Teil deines Investments auch in nachhaltige Produkte investierst, usw. 

Bewusst mit meinen Finanzen umzugehen, erlebe ich als sehr befreiend. 

Kürzer Arbeiten & Pausen machen 

Die schon vorher erwähnte “busy Bee” hat oft ein Problem: Sie definiert ihren Selbstwert über die Arbeit. Das habe ich auch viele Jahre gemacht und wahrscheinlich mache ich es noch immer, wenn ich mal wieder unachtsam bin und mir die Zeit davonrennt. 

Das Problem ist nicht, dass man lange arbeitet. Das Problem ist eher, womit man seine Zeit verbringt oder wie man seinen Arbeitsalltag mit To-Do’s zumüllt, die man gar nicht schaffen kann oder irgendwann gar nicht mehr schaffen will. Letzteres erkennt man dann auch vor lauter Arbeit gar nicht mehr.

Studien belegen, dass wir maximal 4 Stunden am Tag konzentriert arbeiten können. Menschen wie Charles Darwin, Charles Dickens, Henri Poincaré und Ingmar Bergman stellen für uns Menschen dar, die “Superhumans” sein müssen. Die Wahrheit ist, dass wenn man sich ihre Tagespläne ansieht, sie tatsächlichmaximal ein paar Stunden fokussiert arbeiteten. Den Rest ihrer Zeit haben sie geschlafen, sind auf Berge gegangen, haben sich mit Freunden getroffen, haben ihren Garten gepflegt, usw. Du hast sicher schon mal den Spruch von Ericsson gehört “Du brauchst 10.000 Stunden Übung, um Weltklasse zu werden”. 

Was mir hier wichtig ist zu ergänzen:

Du brauchst bewusste Pausen und du benötigst guten Schlaf. Laut dem Buch von Alex Soojung.Pang wird man weltklasse in etwas nach: 10.0000 Stunden Übung, 12.5000 bewussten Pausen und 30.000 Stunden Schlaf. Also es dauert seine Zeit – Statt nun in die Hustle-Culture zu kippen (allein diese Wort!) solltest du während du das alles machst, lieber das Leben genießen. 

Was ich damit sagen will: Es bringt nichts, wenn du einfach drauflos anreitest und nur busy-bee bist, um Exzellenz zu erlangen. Aus diesem Grund: Gehe dein Tempo, übe, raste, mache das, was du liebst. 

Du fragst dich gerade, wie das in deinem Beruf gehen soll? Das habe ich auch mal und ich implementiere immer wieder neue Dinge. Seit längerem habe ich meinen Arbeitsalltag jedoch komplett verändert.

So setze ich es um

  • Ich nutze die Pomodoro-Technik und arbeite max. 4 Stunden konzentriert am Tag – immer vormittags, weil es gut zu meinem Tagesablauf passt
  • Den Rest des Tages nutze ich für Content oder Recherche
  • Ich achte extrem auf meinen derzeitigen geistigen Zustand (an manchen Tagen gehts einfach nicht so gut) und plane meine Aufgaben um, wenn es sein muss 
  • Meine To-do-Liste hat maximal 4 To-dos am Tag, die ich wirklich machen muss

Arbeit ist wichtig und wer eine erfüllende Arbeit hat, ist wirklich schwer im Vorteil. Lass dich aber von der Arbeit nicht auffressen, manche Arbeit ist einfach nur Arbeit und vor allem: Don’t take the road zu Hustlenation.

Als jemand, der am Burn-out nur mit viel Mühe vorbeigeschlittert ist, kann ich sagen: Es zahlt sich schon das Vorbeischlittern nicht aus.

Mache mehr Platz in deinem Leben für “Leerzeiten”, in denen du einfach deine Gedanken schweifen lässt. Raste, mache Dinge, die dein Herz nähren und nimm dir Zeit zu reflektieren.

Das wird deinem Gehirn ermöglichen, dir viele Antworten auf deine Fragen zu geben, dir dabei helfen den Überblick nicht zu verlieren und dein Blick und Herz weit zu öffnen, sodass du die Abzweigungen auf deinem Weg nicht übersehen kannst.